ePub Die Söhne der Wölfin ePub

by Tanja Kinkel

Verbannt aus ihrer Heimat, in Schande ins Exil geschickt, weil man der einstigen Prinzessin und Priesterin Ilian nicht glaubte, dass sie ihren Eid nicht gebrochen hat und das Kind, das sie unter dem Herzen trägt, das eines Gottes ist, schwört sie sich, das sie ihrem Kind zu dem verhelfen wird, das man ihrem Vater einst nahm und damit auch ihr verwehrte: Macht. Ilian gebiert die Zwillinge Romulus und Remus, von denen nur einer zum Herrschen auserkoren ist. Um ihm den Weg zur Herrschaft zu ebnen, braucht Ilian Verbündete wie das Orakel von Delphi, dessen Gunst sie jedoch erst gewinnen muss, und so lässt Ilian ihre Söhne in der Obhut des ihr aufgezwungenen Ehemanns zurück und begibt sich auf eine Reise, die sie der ersehnten Vergeltung näherbringt.

Der Klappentext klang einfach gewaltig und obwohl laut diesem mehr Ilian als deren Söhne Romulus und Remus, die Gründer des Römischen Reiches, im Mittelpunkt der Geschichte stehen würde, war ich doch sehr gespannt auf das Buch. Leider waren die Erwartungen jedoch schnell zu hoch geschürt, denn was ich von Die Söhne der Wölfin bekommen habe, war leider kein fesselnder historischer Roman über die Gründung Roms und mit einer sympathischen, starken Protagonistin.

„Es heißt, die Amazonen lebten in Freiheit“, murmelte Ulsna nachdenklich. „Aber die letzte ihrer Königinnen starb vor Troja, und danach verschwanden sie. Es gibt ein langes Lied darüber. Würdest du als Amazone leben wollen, Ilian?“
Er war überrascht, als sie den Kopf schüttelte. „Auf diese Weise kann ich nicht kämpfen, nicht mit dem Schwert und dem Bogen.“
Wieder war es sein Gehör, das ihn auf Ungesagtes aufmerksam machte. „Auf welche Weise denn?“
„Ich suche noch nach meiner Weise“, erklärte sie. „Es gibt einiges, das ich bereits in mir trage, aber es genügt noch nicht. Und es mag durchaus sein, daß Prokne mich lehren kann, was mir noch fehlt.“
- Die Söhne der Wölfin, Tanja Kinkel

Der Roman wird sogar aus den Sichten wechselnder Charaktere beschrieben, die Ilians Weg kreuzen. Leider bleibt sie ihnen meist ein Mysterium und dadurch auch dem Leser. Ihre Handlungen und Motive werden weder durch die Schilderung der anderen Charaktersichtweisen deutlich, noch durch wenigen Abschnitte, die wir aus Ilians Perspektive erleben. Vielleicht war dies genau die Wirkung, die Tanja Kinkel mit der Wahl der Erzählweise beabsichtigt hat, um Ilian fremd und mystisch wie die Götter, denen sie dient, erscheinen zu lassen, doch gut gewählt finde ich das nicht. Die ganze Zeit rätseln zu müssen, was sie nun eigentlich vorhat oder was sie zu diesem und jenem Schritt verleitet hat, ging mir mit der Zeit ziemlich auf die Nerven. Auch fand ich weder in ihr noch in den anderen Charakteren, darunter auch ihre Söhne, keinen, der mir wirklich sympathisch wurde. Und das hat es für mich schon sehr erschwert, das Buch zu genießen, denn wenn ich die Charaktere nicht mag, dann habe ich auch keine große Freude daran, ihre Reise auf mehreren hundert Seiten zu verfolgen.

Ganz davon abgesehen, dass es immer wieder größere Zeitsprünge gibt und man gar nicht weiß, was Ilian überhaupt alles erlebt hat, bis sie schließlich zu ihren Söhnen zurückkehrt und ein neuer Erzählabschnitt beginnt. Es werden Andeutungen in den Dialogen der Charaktere fallen gelassen, doch statt Neugier wecken sie irgendwann nur noch Frust, weil man völlig im Dunkeln gelassen wird und das Ganze nur nach und nach und bruchstückweise aufgearbeitet wird. Ilians Reise und auch später, wenn ihr Plan langsam aufgeht, ist langwierig und zäh. Spannung und Freude am Lesen kommt weder durch die Sprache noch durch die Geschichte wirklich auf.

Tanja Kinkel hatte alle Zutaten, die man für einen guten historischen Roman braucht: einen interessanten historischen Hintergrund mit den Etruskern, Griechen und Ägyptern, ihren unterschiedlichen Sitten und Religionen, die Gründungsgeschichte Roms, eine Protagonistin mit einem starken Motiv, auf dem sie für eine tiefe Entwicklung ihrer Heldin hätte aufbauen können, deren Söhne, die die Handlung hätten weiter tragen können und vieles mehr. All das hat sie sich jedoch nicht wirklich zunutze gemacht. Der Roman hätte groß und opulent sein können, war aber nur ein kleiner Ableger im historischen Genre, der keine fesselnde Geschichte rund um Romulus und Remus erzählen konnte, obwohl die Geschichte so viel hergegeben hätte.

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Book Title
Book Author
PublisherGoldmann
GanreHistorical
Release date 01.01.2003
Pages count509
eBook formatTaschenbuch, (torrent)En
File size1.4 Mb
Book rating3.58 (64 votes)
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